LEIPZIGER VOLKSZEITUNG

Flamenco-Nacht mit Jeoma

Lodernde Klänge
wie im Rausch

Still und bedächtig sitzen sie nebeneinander. Ein kurzes Nicken, ein rascher Blickwechsel. Plötzlich geht ein Ruck durch ihre, Körper. Der Fuß stampft den Grundrhythmus, die Gitarre erlebt faszinierend flotte Fingerspiele, und die Querflöte schwingt und tiriliert in ungeahnten Höhen. Jeoma war zu Gast in der mb.
    Der Ex-Leipziger treibt zwar als konzerterfahrener Dozent an der Welzheimer Musikschule sein Unwesen und verbringt die meiste Zeit im Lieblingsland Spanien, doch ist er seinen sächsischen Wurzeln treu geblieben. Mitgebracht hatte er Niyama, einen Darmstädter Flötisten, der bereits im zarten Alter von elf Jahren mit viel Ausdauer sein Instrument verwöhnte. Erstmals fanden sich die zwei Freunde nun in der Veranstaltungstonne zusammen.
    Unprätentiös, emotional mitreißend und immer auf Zwischentöne bedacht, fesseln die beiden das Publikum, versetzen es in eine Mischung aus schwelgerischer Spanien-Sucht und Flamenco-Faszination. Fast möchte man mittanzen, sich mitreißen lassen in den endlosen Strom aus Gefühlen der Freude und Befreiung - ein unspektakuläres Wechselbad musikalischer und multikultureller Impressionen. Grenzenlos und fließend sind die Stücke von Paco de Lucia über Juan Martin bis Baden-Powell. Weicher, ruhig, vor sich hin treibender Bossa Nova, sanfter Salsa, im Kontrast zu harten, energisch-stampfenden Flamenco-Rhythmen. Jeoma und Niyama verwandeln das anfangs reservierte Publikum in euphorische Mitstreiter, die regelrecht um eine Zugabe betteln.

Ingo Thomas
 
Ein Ex-Leipziger im Spanienfieber
Jeoma (r.) mit Niyama in der mb.

Foto: Kempner